Weihnachtszeit
"Ich steh an deiner Krippen hier" - "Von guten Mächten" und "Wie schön leuchtet der Morgenstern"
"Ich steh an deiner Krippen hier..."
Die Weihnachtszeit beginnt am 1. Weihnachstag und reicht bis zum letzten Sonntag nach Epiphanias, wobei die Tage zwischen dem 25.12. und dem 06. Januar den Kern der Weihnachtszeit bilden.
Weihnachten ist das Fest der Geburt Jesu. Der 25. Dezember als Geburtstag ist biblisch nicht belegt, sondern beruht auf äußeren Überlegungen, wie sie unter "Weihnachten" beschrieben sind.
Wurde früher die Geburt Jesu auch in Deutschland am 25.12. gefeiert, so hat sich bei uns die Tradition herausgebildet, schon am Heiligen Abend, also am 24.12. in die Nacht der Geburt hineinzufeiern. Die Gottesdienste an diesem Tag sind sehr gut besucht, der erste Gottesdienst am Nachmittag ist meist einer mit einem Krippenspiel, der letzte, die Christmette am späten Abend, ist von einer sehr dichten und anrührenden Atmosphäre geprägt.
"Von guten Mächten wunderbar geborgen..."
Für Luther war der 25.12. der erste Tag des neuen Jahres, da durch die Geburt des Heilandes eine neue Zeit anbricht - und er diesen Tag somit auch als Neujahrstag verstanden hat. Dennoch hat sich dieser Tag als Neujahrstag auch innerkirchlich nicht durchsetzen können.
Luther wollte dagegen den 1. Januar als Fest der Beschneidung Jesu verstanden und begangen wissen. Lukas berichtet in seinem Evangelium, dass Jesus am 8. Tag nach seiner Geburt beschnitten wurde (Lukas 2,27). Diese Bedeutung des 1. Januars ist aber zunehmend dem Neujahrstag als Jahresbeginn gewichen, den auch die evangelische Kirche mit einem Gottesdienst zum Neujahrstag feiert - und den viele Menschen nutzen, um mit Gottes Segen gestärkt das neue Jahr zu beginnen und mit tröstlichen und ermutigenden Liedern, wie Bonhoeffers "Von guten Mächten" ihren Weg zu gehen.
"Wie schön leuchtet der Morgenstern..."
Am 6. Januar ist Epiphanias, das übersetzt "Erscheinung" bedeutet. In der frühen Kirche war dies der Tag, an dem die Geburt Jesu gefeiert wurde. Schließlich wurde es zu einem Fest, an dem drei Anlässe begangen wurden: die Geburt Jesu, seine Taufe und sein erstes Wunder in Kana, wo er Wasser in Wein verwandelte.
Hinzu kam, dass an diesem Tag auch der Anbetung der "drei Heiligen Könige" an der Krippe gedacht wurde. Daher hat dieser Tag auch seinen zweiten Namen "Heilige Drei Könige". Die unterschiedlichen Bedeutungen dieses Tages sind im Laufe der Zeit auf die Sonntage nach Epiphanias verteilt worden.
Letztlich geht es am Epiphaniastag um die Menschwerdung Gottes in seinem Sohn Jesus Christus. Diese Botschaft gilt jedem einzelnen Menschen und zugleich der ganzen Welt.
Lesen Sie dazu auch:
- S. Labsch: Das Licht Christi scheint auf alle (04.01.2008)
- Anleitung zum "Betrachtenden Gebet" zum 1. Weihnachtsfeiertag
- Anleitung zum "Betrachtenden Gebet" zum 1. Sonntag nach dem Christfest
- Anleitung zum "Betrachtenden Gebet" zum Altjahresabend
- Anleitung zum "Betrachtenden Gebet" zum Neujahrstag
- Anleitung zum "Betrachtenden Gebet" zu Epiphanias
